Montag, 20 April 2020 18:58

Idle Cash

Idle Cash

Idle Cash kann im deutschen etwa mit „brachliegender Liquidität“ oder „Kapital im Leerlauf“ übersetzt werden. Eine praxisgebräuchliche Bezeichnung könnte auch Überschussliquidität sein. In der betrieblichen Finanzwirtschaft wird mit Idle Cash das Kapital, bzw. die liquiden Mittel bezeichnet, die nicht zur Erzielung von Renditen, bzw. Zinserträgen investiert worden sind. Es handelt sich demnach um die Liquidität des Unternehmens, die zumindest vorübergehend keinen positiven Beitrag zur unternehmerischen Wertschöpfung leistet. Dies ist insbesondere auf Opportunitätskosten in Höhe der durchschnittliche Kapitalrendite auf das investierte Kapital zurückzuführen, die dadurch entstehen, dass die grundsätzlich zur Verfügung stehende Liquidität nicht in unternehmerischen Projekten oder zumindest in zinstragenden Investitionen eingesetzt wird. Berücksichtigt man außerdem auch Effekte wie beispielsweise die Verursachung von Kapitalkosten für das vom Unternehmen von seinen Investoren beschaffte Kapital oder die systematische Geldentwertung durch Inflation, dann würde Idle Cash nicht nur keinen positiven Beitrag zur unternehmerischen Wertschöpfung leisten, sondern es würde dann sogar ein negativer Wertbeitrag verursacht werden.

 

Zielkonflikt zwischen Liquidität und Rentabilität

Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie ein Unternehmen seine Ausstattung mit liquiden Mitteln gestalten könnte. Die vorherigen Ausführungen machen einen Zielkonflikt zwischen den beiden finanzwirtschaftlichen Zielen der Liquidität und der Rentabilität deutlich. Einerseits muss das Unternehmen das Ziel der Liquidität anstreben, das heißt es müssen alle fälligen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht beglichen werden können, da die Zahlungsunfähigkeit einer der Insolvenzgründe nach deutschen Insolvenzrecht sein würde. Eine aus Risikogesichtspunkten einseitige Fokussierung auf die Liquidität könnte dann aber einen negativen Einfluss auf die Rentabilität haben, da bestimmte liquide Mittel aus Gründen der Risikovermeidung nicht für Investitionen eingesetzt würden und tendenziell dann zu Idle Cash führen würden.

 

Liquiditätsmanagement und Liquiditätsplanung

Mögliche Lösungen dieses Zielkonfliktes zwischen Liquidität und Rentabilität könnten in der Einführung bzw. der Professionalisierung des Liquiditätsmanagement und der Liquiditätsplanung liegen. Es muss das Ziel einer bedarfsadequaten Finanzierung angestrebt werden. Das heißt die Liquiditätsausstattung sollte so hoch wie nötig aber gleichzeitig so niedrig wie möglich ausgestaltet werden.

 

Taktische oder Strategische Gründe für Idle Cash

Manchmal kann es vorkommen, dass Unternehmen aus taktischen oder strategischen Gründen bewusst Liquidität vorhalten, die auch als Idle Cash interpretiert werden könnte. Denkbar ist dies beispielsweise bei Wahrnehmung einer Gelegenheit zur Refinanzierung („window of opportunity“) zu attraktiven Konditionen ohne korrespondierenden konkreten Investitionsbedarf. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von einer „Kriegskasse“ gesprochen, wenn Unternehmen bewusst wesentliche finanzielle Ressourcen vorhalten, um bei Bedarf auch kurzfristig ihre Handlungsfähigkeit für hochvolumige Investitionsprojekte zu wahren (z.B. Unternehmensübernahmen). In der Regel werden derartige Reserven jedoch nicht als liquide Mittel im Sinne der dispositiven Liquidität vorgehalten, sondern sind in kurzfristig liquidierbaren Vermögenspositionen investiert (z.B. in Geldmarktfonds).

 

Nicht betriebsnotwendigen Liquidität

Abschließend könnte sich die Frage stellen, wie Unternehmen mit Cashflow-starken Geschäftsmodellen ihre als Free-Cashflow generierte Liquidität verwenden könnten, ohne Idle Cash zu entwickeln. Derartige Geschäftsmodelle verfügen in der Regel über eine ausgeprägte Innenfinanzierungskraft und sind wenig von externen Investoren abhängig. In der Praxis ist regelmäßig zu beobachten, dass die als Free-Cashflow generierte überschüssige Liquidität für Erweiterungsinvestitionen, Dividendenzahlungen, Aktienrückkäufe, Kredittilgungen oder Investitionen in sonstiges nicht betriebsnotwendiges Vermögen (z.B. Immobilien, Aktien, Anleihen, etc.) eingesetzt werden könnte.

 

Donnerstag, 16 April 2020 14:17

Liquiditätsplanung

Dienstag, 14 April 2020 09:00

Finanzplanung

Die Finanzplanung ist ein Teilbereich der betrieblichen Unternehmensplanung. In unserem Verständnis beschreibt die Finanzplanung als Oberbegriff alle planerischen Aktivitäten unter Einsatz von Prognosen und Modellen im Verantwortungsbereich des Finanz- und Rechnungswesens. Die Finanzplanung als Oberbegriff könnte dann weiter unterteilt werden in die Ertrags- oder Erfolgsplanung, die Liquiditätsplanung (auch Cashflow-Planung), die Investitionsplanung und in die Finanzierungsplanung. Wenn diese Teilpläne miteinander verknüpft werden, spricht man auch von der integrierten Finanzplanung.

 

Hinsichtlich der Dauer des Planungshorizonts könnte in eine kurzfristige, mittelfristige und in eine langfristige Finanzplanung unterschieden werden. Die kurzfristige Finanzplanung deckt einen Zeitraum von wenigen Tagen, Wochen oder Monaten bis zu einem Jahr ab und wird auch als operative Finanzplanung bezeichnet. Die mittelfristige Finanzplanung deckt einen Zeitraum von wenigen Jahren bis zu fünf Jahren ab und wird auch als taktische Finanzplanung bezeichnet. Die langfristige Finanzplanung deckt einen Zeitraum von mehr als 5 Jahren ab und wird auch als strategische Finanzplanung bezeichnet.

Abhängig vom Planungshorizont hat die Finanzplanung unterschiedliche Zielsetzungen. Die kurzfristige Finanzplanung verfolgt insbesondere die Sicherung der Liquidität und damit die Fähigkeit der fristgerechten Begleichung der Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens. Bei der langfristigen Finanzplanung geht es insbesondere um die strategische Strukturierung der Finanzierung des Unternehmens, das heißt es soll geplant werden, in welchem Verhältnis das Unternehmen mit Eigenkapital oder mit Fremdkapital finanziert werden soll (Verschuldungsgrad) und von welchen Investoren das benötigte Kapital in Abhängigkeit der jeweiligen Finanzierungskonditionen beschafft werden soll.

Die Bundesregierung hat heute das Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen beschlossen. Es hat die Aufgabe, die deutschen Unternehmerinnen und Unternehmer vor den unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu schützen.
Das Schutzschild besteht aus vier Säulen (von denen für die meisten von Euch drei Säulen relevant sein dürften):